der popta-schatz
friesisches silber auf weltnivea
vom 1. August 2026 bis zum 30. Mai 2027

In Museen auf der ganzen Welt sind Kopien des „Popta-Schatz“ zu finden. Dennoch ist das originale Silberensemble aus dem 17. Jahrhundert der breiten Öffentlichkeit auffallend unbekannt. Mit der Ausstellung „Der Popta-Schatz: Friesisches Silber auf Weltniveau“ ändert das Fries Museum dies nun.

Zwei Kerzenleuchter, ein Kerzenlöscher, ein Lampettenset bestehend aus einem großen Krug mit Unterteller und einem kleineren Unterteller. Die sechs reich verzierten Stücke bilden zusammen eines der bedeutendsten Beispiele friesischer und niederländischer Silberschmiedekunst. Die Ausstellung erzählt die besondere Geschichte hinter diesem Meisterwerk: von der Entstehungsgeschichte über die handwerkliche Kunstfertigkeit bis hin zur Reise, die den Silberschatz schließlich ins Museum führte.

Foto: Aron Weidenaar
Foto: Aron Weidenaar
Foto: Aron Weidenaar
Foto: Aron Weidenaar

ein internationaler schatz

Im 17. Jahrhundert spielte Friesland eine wichtige Rolle auf dem Gebiet der Silberschmiedekunst. Als der Schatz im 19. Jahrhundert im Rahmen einer Ausstellung wiederentdeckt wurde, wurde das Poptazilber als absoluter Höhepunkt anerkannt. Im Auftrag des Victoria and Albert Museum in London werden Repliken angefertigt, die als maßgebliches Vorbild für Silberschmiede dienen. Diese Kopien finden ihren Weg in Museumssammlungen auf der ganzen Welt, darunter das Rijksmuseum in Amsterdam und das Metropolitan Museum of Art in New York. Seit 1985 fällt das Ensemble unter das Gesetz zum Erhalt des Kulturguts, mittlerweile das Kulturerbegesetz. Damit wird der Popta-Schatz als Schatz von nationalem Wert eingestuft.

Der Popta-Schatz, ca. 1670 | Sammlung Fries Museum, Leihgabe der Kuratoren der Stiftung „Dr. H. Popta-Gasthuis“, Marsum. Foto: Tom Haartsen
Der Popta-Schatz, ca. 1670 | Sammlung Fries Museum, Leihgabe der Kuratoren der Stiftung „Dr. H. Popta-Gasthuis“, Marsum. Foto: Tom Haartsen

Seit 1881 befinden sich die sechs Stücke im Fries Museum, doch zuvor war dieses Prunksilber jahrhundertelang im Poptaslot beheimatet. Dieses Adelsanwesen stammt aus dem 15. Jahrhundert und liegt in Marsum, einem kleinen Dorf in der Nähe von Leeuwarden. Das Anwesen gehört zu den am besten erhaltenen „Stinzen“ Frieslands. Im Juli und August kann das Schloss im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Weitere Informationen finden Sie unter poptaslot.nl.

metamorphosen

Der Schatz wurde um 1670 von den Leeuwarder Silberschmieden Rintje Jans und Nicolaes Mensma im Auftrag der Jungfrau Anna van Eysinga angefertigt. Die Jungfrau muss sich dafür wahrscheinlich eine beträchtliche Summe geliehen haben: Das Ensemble stellte ein beträchtliches Vermögen dar. Mit dem Silberbesteck stellte Eysinga nicht nur ihren Reichtum und ihren Status zur Schau, sondern auch ihre kulturelle Bildung und ihre Weltkenntnis. So verarbeitete Jans im Lampet-Set und auf der Schale verschiedene mythologische Szenen aus Stichen zu Ovid’s „Metamorphosen“ sowie Darstellungen des neuen Amsterdamer Rathauses. Auch die Kerzenleuchter von Mensma weisen auf die klassische Mythologie hin. In der Ausstellung wird deutlich, welche Geschichten und Darstellungen in den Stücken verarbeitet sind.

Lampetteller | Sammlung Fries Museum, Leihgabe der Kuratoren der Stiftung Dr. H. Popta-Gasthuis, Marsum. Foto: Tom Haartsen
Lampetteller | Sammlung Fries Museum, Leihgabe der Kuratoren der Stiftung Dr. H. Popta-Gasthuis, Marsum. Foto: Tom Haartsen
Lampettenschale (Ausschnitt) | Sammlung Fries Museum, Leihgabe der Kuratoren der Stiftung Dr. H. Popta-Gasthuis, Marsum. Foto: Tom Haartsen
Lampettenschale (Ausschnitt) | Sammlung Fries Museum, Leihgabe der Kuratoren der Stiftung Dr. H. Popta-Gasthuis, Marsum. Foto: Tom Haartsen

annas prunksilber

Obwohl der Schatz im Auftrag von Anna van Eysinga angefertigt wurde, trägt das Ensemble den Namen und das Familienwappen der Familie Popta. Nach ihrem Tod im Jahr 1683 wurde ihr Heringastate zusammen mit dem größten Teil ihres Silbers von dem steinreichen Anwalt Dr. Henricus Popta erworben. Er ließ sein Familienwappen auf die Schale anbringen und damit das Wappen der Eysinga überdecken. Das Heringastate wurde zum Poptaslot und Annas Prunksilber zum Popta-Schatz.

Nach Poptas Tod im Jahr 1712 sah sein Testament vor, dass sein Anwesen, das von ihm gegründete Frauenhaus und das Prunksilber fortan von vier Vormündern verwaltet werden sollten. Dies ist auch heute noch, gut drei Jahrhunderte später, der Fall. Bis 1786 organisierten diese Vormünder zudem jährliche „Vormünderessen“ für sich selbst und die Frauen des Frauenhauses, bei denen das prächtige Silber von Eysinga tatsächlich zum Einsatz kam.

'Der Popta-Schatz: Friesisches Silber auf Weltniveau' wird unter anderem ermöglicht durch die Stiftung Dr. H. Popta Gasthuis, die Stiftung Fonds Nederlandse Adel, die Boelstra-Olivier-Stiftung, die Boersma-Adema-Stiftung, die P.W. Janssen’s Friesche Stiftung und die Meindersma-Sybenga-Stiftung.

Das Fries Museum wird unter anderem von Windpark Fryslân, der Provinz Fryslân, dem Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft, der VriendenLoterij, der Ir. Abe Bonnema-Stiftung und den Freunden des Fries Museums finanziert.

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