odin van lejre

seltene odin-figur aus dänemark zum ersten mal in den niederlanden zu sehen

Für die Ausstellung „RADBOD: der legendäre König“ holt das Fries Museum in Leeuwarden ein außergewöhnliches Kunstwerk in die Niederlande: den Odin von Lejre aus dem Lejre Museum in Dänemark. Die seltene Silberfigur aus dem frühen Mittelalter gilt als eines der wichtigsten Darstellungen der nordischen Götter der vorchristlichen Welt in Nordwesteuropa. Ab dem 5. September 2026 wird das Objekt in Leeuwarden zu sehen sein.

Eine neue Perspektive auf Radbod und die Nordseewelt 
„RADBOD: der legendäre König“ wirft ein neues Licht auf König Radbod (ca. 670–719), einen legendären, doch schwer fassbaren Herrscher, dessen Einfluss auf die Nordseewelt möglicherweise weitaus größer war als bisher angenommen. 

Dank neuer niederländisch-deutscher Forschungen wird seine Welt als Teil einer dynamischen Nordseeregion neu beleuchtet. Durch eine strategische Form der Königsherrschaft, in der Diplomatie und Kriegsführung Hand in Hand gingen, gelang es Radbod, regionale Herrscher an seinen Einflussbereich zu binden. Auf dem Höhepunkt seiner Macht erstreckte sich dieses vereinigte Königreich Frisia möglicherweise entlang der Nordseeküste von der niederländisch-belgischen Grenze bis zur deutsch-dänischen Grenze und reichte landeinwärts bis in die Flussregion um Utrecht. 

Im Rahmen des Ausstellungsprojekts arbeiten niederländische und deutsche Wissenschaftler gemeinsam an einem groß angelegten Forschungsprogramm zu den frühmittelalterlichen Küstenregionen Nordwesteuropas. Noch nie zuvor wurde diese Epoche in einem solchen Umfang untersucht. 
Neben dem Odin von Lejre werden in der Ausstellung Dutzende von Leihgaben aus Museen und Sammlungen in den Niederlanden, Deutschland und Skandinavien zu sehen sein. 
„RADBOD: Der legendäre König“ ist vom 5. September 2026 bis zum 7. Februar 2027 im Fries Museum in Leeuwarden zu sehen, bevor die Ausstellung ins Ostfriesische Landesmuseum in Emden (Deutschland) weiterzieht. 
Das Lejre Museum ist Teil der staatlich anerkannten dänischen Museumsorganisation ROMU, die für die archäologischen Belange im Gebiet von Lejre zuständig ist. 

Die Figur wurde in Lejre auf der dänischen Insel Seeland entdeckt. Lejre ist international bekannt für seine monumentalen Königshallen aus dem frühen Mittelalter, die seit langem mit Königtum, Diplomatie und der Kultur der Elite in Skandinavien in Verbindung gebracht werden. Die kleine Silberfigur wird weithin als Odin, auch bekannt als Wodan, interpretiert, der auf einem hohen Thron sitzt und von zwei Vögeln flankiert wird. International gilt das Objekt als ikonisches Beispiel für die frühmittelalterliche Bildkultur. 

Isabella Fuglø, Leiterin der Abteilung Sammlungen und Öffentlichkeitsarbeit am Lejre Museum /ROMU, erklärt: „Lejre war im frühen Mittelalter eines der bedeutendsten Machtzentren Nordeuropas, und die Odin-Figur ist ein seltenes materielles Zeugnis der kulturellen und politischen Netzwerke, die Skandinavien mit der weiteren Nordseewelt verbanden. Aus dänischer Sicht zeugt das Objekt nicht nur von Mythologie und Glauben, sondern auch von Lejres Rolle als internationaler Knotenpunkt, an dem Macht, Diplomatie und kultureller Austausch zusammenliefen. Wir freuen uns sehr, dass die Figur nun im Rahmen der RADBOD-Ausstellung in einem breiteren europäischen Kontext präsentiert wird.“  

Mit dieser Leihgabe beleuchtet das Fries Museum eines der zentralen Themen der Ausstellung: die Welt, in der König Radbod lebte – eine Welt, in der Handel, Diplomatie, Kriegführung und Glaube im gesamten Nordseeraum eng miteinander verflochten wareLaut Diana Spiekhout, Kuratorin für das Mittelalter und die Hügelgräberkultur im Fries Museum, ist das Objekt ein wichtiges Schlüsselartefakt für das Verständnis der kulturellen Welt Redbads: 
„Diese Figur offenbart die Welt, in der Redbad lebte: eine Welt, in der alte Götter, Macht und Königtum eng miteinander verbunden waren. Solche Darstellungen dürften im gesamten vorchristlichen Nordwesteuropa, einschließlich Radbods Friesland, bekannt gewesen sein. Es ist durchaus vorstellbar, dass Herrscher wie Radbod sich in denselben diplomatischen und kulturellen Netzwerken bewegten, die Machtzentren wie Lejre und die Nordseeküste miteinander verbanden. Es gibt sogar einen späteren historischen Bericht, der besagt, dass Radbods Enkel ein dänischer König war.“ 

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