buch 'radbod: der legendäre könig'
von Erik Betten und Diana Spiekhout
König Radbod ist im kollektiven Gedächtnis noch immer sehr präsent. In diesem wunderschön illustrierten Buch über den legendären König machen die Autoren überzeugend deutlich, warum dieser mythische König, der von ca. 680 bis 719 über Frisia herrschte, noch immer die Fantasie beflügelt.
Frisia erstreckte sich von der niederländischen bis zur norddeutschen Küste und bis ins Flussgebiet von Utrecht. Es war ein vereintes Königreich, in dem Radbod an der Spitze eines imposanten Netzwerks von Gemeinschaften mit eigenen Anführern stand. Dadurch konnte er sich mit den mächtigsten europäischen Fürsten jener Zeit messen: den fränkischen Maire Pippin von Herstal und Karl Martell.
Als Mensch verfügte Radbod über Eigenschaften, mit denen er andere überzeugen und an sich binden konnte. Zwar präsentierte er sich als körperlich starker und charismatischer Anführer, doch gerade mit diesen Eigenschaften gelang es ihm, andere Machthaber für sich zu gewinnen. Er flößte seinen fränkischen Gegnern so viel Respekt ein, dass er es sich sogar leisten konnte, den christlichen Glauben nicht anzunehmen und heidnisch zu bleiben.
Mit dieser „nördlichen“ Sichtweise auf sein Königtum wird Redbad nicht mehr als Randfigur abgetan, die vor allem in der holländischen Küstenregion und im Flussgebiet von Utrecht wirkte. Heutzutage ist es keineswegs in Mode, der „Geschichte der großen Männer“ Beachtung zu schenken. Doch dieses Buch wirft ein neues und differenziertes Licht auf das Phänomen Redbad und liefert neue Erkenntnisse, die auf den neuesten wissenschaftlichen Forschungen basieren.
Im Rahmen des Projekts RADBOD erscheint neben diesem Ausstellungskatalog auch ein wissenschaftlicher Sammelband im Open-Access-Zugang, der ab Februar 2027 kostenlos über Brepols heruntergeladen werden kann.