knotentuch und knotenkästchen

Das Knotenkästchen und das Knotentuch spielten in Friesland beim Heiratsantrag einst eine wichtige Rolle.

Wollte ein Junge ein Mädchen heiraten, war es üblich, dass er ihr einige Münzen gab. Wenn sie die Münzen annahm, waren sie verlobt. Er konnte die Münzen auch in einem hübsch bestickten Tuch überreichen, das lose zusammengeknotet war, dem sogenannten Knotentuch. Wenn das Mädchen den Knoten festzog, bedeutete es, dass sie ihn heiraten wollte.

Dieses Knotentuch wurde mit einem Lebensbaum und sieben Vögeln bestickt, mit roter Seide in Kreuz- und Steppstich. Bei reichen und adligen Familien wurde das Knotentuch durch ein fein bearbeitetes Silberkästchen ersetzt.

Doek, 1650-1700. Doosje, Jan Melchers Oostervelt, 1626.

Tuch 1650-1700. Kästchen, Jan Melchers Oostervelt, 1626.