branntweinschälchen

Wenn ein Kind geboren wurde, war es früher üblich, ein solches  Branntweinschälchen herumzureichen und jeder nahm sich ein Löffelchen von dem starken Getränk. Dieser sogenannte “Puppenschluck” – denn ein Kind wurde auf Friesisch auch „Puppe“ genannt – bestand aus Branntwein mit darin eingelegten Rosinen. Auch bei anderen festlichen Anlässen wurde das kostbare Silberschälchen aus dem Schrank geholt, beispielsweise bei Hochzeiten.

Dass dieses Schälchen friesischer Herkunft ist, erkennt man an den “liegenden Ohren”, also den waagerechten Griffen. Schälchen aus Groningen haben nämlich “stehende Ohren”.

Brandewijnkom, Abraham Sipma, 1716

Branntweinschälchen, Abraham Sipma, 1716